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Hörgesundheit

Tinnitus und Hörgeräte: Wie moderne Technik helfen kann

Von Nicholas Julius · Lesezeit ca. 3 Minuten · 30. März 2026

Tinnitus und Hörgeräte: Wie moderne Technik helfen kann

Was ist Tinnitus?

Tinnitus, das permanente Klingeln, Pfeifen, Rauschen oder Summen im Ohr, betrifft in Deutschland rund 10 Millionen Menschen. Etwa 1,5 Millionen davon leiden so stark, dass ihr Alltag erheblich beeinträchtigt ist. Als Hörakustikmeister begegne ich Tinnitus-Patienten täglich und weiß, wie belastend diese Erkrankung sein kann.

Tinnitus ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom. Die wahrgenommenen Geräusche entstehen nicht durch eine äußere Schallquelle, sondern werden vom Gehirn selbst erzeugt. Die Ursachen sind vielfältig.

Häufige Ursachen für Tinnitus

  • Hörverlust: Die häufigste Ursache. Das Gehirn „kompensiert" fehlende akustische Reize durch eigene Signale
  • Lärmschäden: Einmalige Knalltraumata oder chronische Lärmbelastung
  • Stress und psychische Belastung: Kann Tinnitus auslösen oder verstärken
  • Durchblutungsstörungen im Innenohr: Betreffen die empfindlichen Haarzellen
  • Medikamente: Bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel und Chemotherapeutika sind „ototoxisch"
  • Kiefergelenkprobleme (CMD): Verspannungen im Kiefer können Tinnitus begünstigen
  • Ohrenschmalz-Verstopfung: Eine der einfachsten und behandelbarsten Ursachen

Der Zusammenhang zwischen Tinnitus und Hörverlust

In über 80 % der Fälle tritt Tinnitus zusammen mit einem Hörverlust auf. Das ist kein Zufall: Wenn das Ohr bestimmte Frequenzen nicht mehr gut hört, versucht das Gehirn, diese Lücke zu füllen, und erzeugt dabei die typischen Phantomgeräusche. Genau hier setzen moderne Hörgeräte an.

Wie Hörgeräte bei Tinnitus helfen

1. Verstärkung fehlender Frequenzen

Der direkteste Weg: Wenn das Hörgerät die Frequenzen verstärkt, die durch den Hörverlust verloren gegangen sind, hat das Gehirn wieder echte akustische Reize zu verarbeiten. Der Tinnitus rückt in den Hintergrund, weil er nicht mehr das einzige Signal ist, das das Hörzentrum empfängt.

Viele unserer Kunden berichten, dass der Tinnitus bereits durch das reine Tragen von Hörgeräten deutlich leiser wird. Manchmal verschwindet er sogar vorübergehend ganz.

2. Tinnitus-Maskierung (Noiser)

Die meisten modernen Hörgeräte verfügen über integrierte Tinnitus-Noiser. Diese erzeugen ein sanftes Rauschen oder natürliche Klänge (Meeresrauschen, Regen, weißes Rauschen), die den Tinnitus überdecken oder in den Hintergrund drängen.

Die Maskierungssignale lassen sich individuell anpassen:

  • Lautstärke: So leise wie möglich, gerade so dass der Tinnitus überdeckt wird
  • Frequenz: Abgestimmt auf die Tinnitus-Frequenz des Patienten
  • Klangcharakter: Verschiedene Rauscharten und Naturklänge wählbar
  • Zeitsteuerung: Automatische Aktivierung oder manuelle Kontrolle per App

3. Notch-Therapie

Die Notch-Therapie ist ein neuerer Ansatz, der besonders bei tonalem Tinnitus (also einem Tinnitus mit klar definierter Frequenz) wirksam sein kann. Das Prinzip:

Das Hörgerät verstärkt alle Frequenzen außer der Tinnitus-Frequenz. Diese wird gezielt „ausgespart" (englisch: notched). Das Ziel ist, dass das Gehirn die neuronale Aktivität an dieser Frequenz langfristig herunterfährt, eine Art Umprogrammierung.

Signia und Oticon bieten diese Funktion in vielen ihrer aktuellen Modelle an. Die Therapie erfordert konsequentes Tragen über mehrere Monate, zeigt dann aber bei vielen Patienten nachhaltige Ergebnisse.

4. Kombinierte Ansätze

In unseren Filialen verfolgen wir oft einen kombinierten Ansatz:

  • Optimale Hörgeräteversorgung für den Hörverlust
  • Tinnitus-Noiser für akute Belastungsphasen
  • Notch-Therapie für langfristige Besserung
  • Beratung zu Stressmanagement und Entspannungstechniken

Wann sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen?

Suchen Sie umgehend einen HNO-Arzt auf, wenn:

  • Der Tinnitus plötzlich und einseitig auftritt
  • Er von Schwindel oder Hörsturz begleitet wird
  • Der Tinnitus pulsiert (synchron zum Herzschlag)
  • Die Belastung so stark ist, dass Schlaf, Konzentration oder Stimmung leiden

Ein HNO-Arzt kann organische Ursachen ausschließen und eine ärztliche Verordnung für die Hörgeräteversorgung ausstellen.

Der Elbe-Akustik-Ansatz bei Tinnitus

Bei Elbe Akustik nehmen wir Tinnitus ernst. Mein Geschäftspartner Jann Clausen und ich haben uns intensiv mit den neuesten Therapieansätzen auseinandergesetzt. Unser Vorgehen:

  1. Ausführliche Anamnese: Wir nehmen uns Zeit, Ihren Tinnitus zu verstehen: Charakter, Lautstärke, Frequenz, Trigger
  2. Audiometrische Messung: Präzise Bestimmung des Hörvermögens und der Tinnitus-Frequenz
  3. Individuelle Geräteauswahl: Auswahl eines Hörgeräts mit den besten Tinnitus-Funktionen für Ihre Situation
  4. Anpassung und Feintuning: Sorgfältige Einstellung von Noiser und ggf. Notch-Therapie
  5. Begleitende Beratung: Tipps zu Entspannung, Schlafhygiene und Umgang mit dem Tinnitus

Vereinbaren Sie einen Termin zur Tinnitus-Beratung, wir helfen Ihnen, den Tinnitus in den Griff zu bekommen.

Der nächste Schritt

Warten Sie nicht, bis der Hörverlust Ihren Alltag spürbar einschränkt. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Ergebnisse.

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Schlagwörter
TinnitusHörgeräteTherapieHörverlust